Ingenieurbüro Poindecker

Spezialdisziplin

Elektrotankstellen — Planung und Beschaffungs­begleitung

Vom Anschlusskonzept bis zur Inbetriebnahme begleiten wir öffentliche und gewerbliche Bauherren bei der Planung von Ladeinfrastruktur.

Die Planung von Elektrotankstellen — fachlich: Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge — hat sich in den letzten Jahren zu einer eigenständigen Disziplin innerhalb der technischen Gebäudeausrüstung entwickelt. Sie verbindet klassische Elektrotechnik mit Themen aus Netzanschluss, Lastmanagement, Brandschutz, IT-Anbindung und Förderlogik.

Innerhalb unseres Leistungsportfolios haben wir diesen Bereich als Spezialdisziplin etabliert. Er richtet sich vor allem an öffentliche Auftraggeber, Kommunen, Stadtwerke, die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft sowie an Logistikbetriebe und Flottenbetreiber, die eine neue Ladeinfrastruktur planen oder bestehende Anlagen erweitern möchten.

— Leistungsumfang

Typischer Projektrahmen.

Vier Bausteine bilden den üblichen Rahmen eines Projekts. Umfang und Tiefe richten sich nach Aufgabe, Bestand und Auftraggeber.

01

Konzept und Analyse

  • Bedarfsermittlung anhand von Nutzungs- und Flottenprofilen oder Liegenschaftsstrukturen
  • Standortanalyse: Stellplatzlogik, Wegebeziehungen, bauliche Randbedingungen
  • Netzanschlussprüfung in Abstimmung mit dem zuständigen Netzbetreiber
  • Berücksichtigung künftiger Skalierung und Erweiterungspfade

02

Planung

  • Lastmanagement-Konzepte (statisch, dynamisch, ggf. PV-gekoppelt)
  • Auswahl geeigneter Ladepunktklassen (AC, DC, HPC) je nach Anwendungsfall
  • Integration in bestehende Elektroverteilungen oder Aufbau eigenständiger Versorgungspfade
  • Brandschutz- und Sicherheitskonzept inklusive Stellplatzanordnung
  • Mess-, Eich- und Abrechnungsthemen, Backend-Anbindung
  • Berücksichtigung der jeweils anwendbaren Normen und Verordnungen

03

Ausschreibung und Vergabe

  • Erstellung von Leistungsverzeichnissen und Vergabeunterlagen
  • Unterstützung bei der Vergabeentscheidung in öffentlichen und privaten Verfahren
  • Prüfung der Angebote auf technische Vollständigkeit und Plausibilität

04

Realisierung

  • Fachbauleitung und Qualitätskontrolle während der Ausführung
  • Abnahme und Inbetriebnahme inklusive Funktionsprüfung
  • Dokumentation für den späteren Betrieb

— Worauf es ankommt

Wesentliche Stellgrößen in der Planung.

Die Wirtschaftlichkeit einer Ladeinfrastruktur entscheidet sich seltener an der einzelnen Säule und häufiger an der Gesamtarchitektur.

  1. 01

    Anschlussleistung. Die verfügbare Leistung am Netzanschluss bestimmt, wie viele und welche Ladepunkte sinnvoll betrieben werden können.

  2. 02

    Lastmanagement. Ohne abgestimmtes Lastmanagement entstehen bei wenigen gleichzeitigen Ladevorgängen Lastspitzen, die entweder hohe Netzentgelte oder kostspieligen Netzausbau auslösen.

  3. 03

    Stellplatzlogik. Anordnung, Wege, Beleuchtung und Beschilderung beeinflussen die spätere Nutzerakzeptanz.

  4. 04

    Zukunftsfähigkeit. Reservezonen für Tiefbau, Kabel und Transformatorenstellung werden idealerweise bereits in der Erstplanung mitgedacht.

  5. 05

    Förderlogik. Bundes- und Landesförderungen ändern sich regelmäßig — eine frühzeitige Förderprüfung beeinflusst den Realisierungspfad häufig spürbar.

— Regelwerk

Rechts- und Normenrahmen.

Auswahl

  • Ladesäulenverordnung (LSV)
  • Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GEIG)
  • AFIR — Alternative Fuels Infrastructure Regulation (EU)
  • DIN VDE 0100-722 (Errichtung von Niederspannungsanlagen — Stromversorgung von Elektrofahrzeugen)
  • Technische Anschlussbedingungen (TAB) des jeweiligen Netzbetreibers
  • Mess- und Eichrecht (MessEG, MessEV) für abrechnungsrelevante Ladevorgänge

Wir prüfen jedes Projekt im Lichte der jeweils anwendbaren Regelwerke und stimmen mit dem Bauherrn die geeignete Ausführungsvariante ab.

— Adressaten

Typische Auftraggeber.

  • Kommunen und Stadtwerke beim Aufbau öffentlicher Ladeinfrastruktur
  • Gewerbliche Flottenbetreiber bei der Elektrifizierung von Fuhrparks
  • Wohnungs- und Immobilienwirtschaft bei der Aufrüstung von Tiefgaragen und Stellplatzanlagen
  • Logistik- und Speditionsunternehmen mit eigenen Depots
  • Öffentliche Auftraggeber im Rahmen von Quartiers- oder Liegenschaftsentwicklungen

— Vorgehen

Jedes Projekt beginnt mit einem Gespräch und einer ersten Standortbetrachtung. Auf dieser Basis entstehen ein Bedarfsbild, eine grobe Aufwandseinschätzung und ein technischer Lösungsvorschlag. Erst danach folgt die formale Planung entlang der HOAI-Leistungsphasen.

Sie planen eine Ladeinfrastruktur?

Sprechen Sie uns an — wir besprechen Ihren Standort und die ersten Randbedingungen unverbindlich.